Translations of this page?:

9 - Beendigung des Mietverhältnisses

Im Normalfall ist das Mietverhältnis auf unbestimmte Zeit vereinbart, das Mietverhältnis endet daher dann, wenn entweder der Mieter oder der Vermieter das Mietverhältnis kündigt.
Eine Ausnahme gilt bei befristeten Mietverhältnissen.

9.1 Kündigung des Mieters

Titelseite der Printversion des Mietrechtsreaders Ein Mietverhältnis über eine Wohnung kann vom Mieter jederzeit mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden. Auch bei einem längeren Mietverhältnis verlängert sich die Kündigungsfrist für den Mieter nicht. Umgekehrt muss der Mieter im Zweifel die Kündigungsfrist allerdings auch einhalten, d. h., bis zu deren Ablauf ggf. auch Miete (inkl. Vorauszahlungen für Heiz- und Betriebskosten) bezahlen.
Eine Kündigung durch den Mieter muss unbedingt schriftlich erfolgen. Eine Übermittlung per E-Mail oder per Fax reicht nicht aus. Wichtig für das Kündigungsschreiben ist, dass im Briefkopf alle Mieter genannt werden, auch alle Mieter die Kündigung unterschrieben haben. Auch eine Kündigung zu einem früheren Zeitpunkt vor Ablauf der Dreimonatsfrist ist wirksam. Sofern keine Vereinbarung über einen früheren Zeitpunkt zustande kommt, gilt diese Kündigung dann allerdings als Kündigung mit Dreimonatsfrist.
Eine Kündigung ist immer zum Ende eines Monats möglich. Dies gilt im Zweifel auch dann, wenn das Mietverhältnis ursprünglich am 15. eines Monats begann.
Die Kündigung wird mit Zugang beim Vermieter wirksam, ob der Vermieter nun einverstanden ist oder nicht. Die Kündigung mit Dreimonatsfrist muss auch nicht begründet werden.
Im Zweifel muss der Zugang der Kündigung allerdings nachgewiesen werden. Um den Nachweis führen zu können, ist der sicherste Weg derjenige, die Kündigung durch einen als Zeugen dienenden Boten beim Vermieter einwerfen zu lassen oder dem Vermieter persönlich zu übergeben, sich den Erhalt der Kündigung quittieren zu lassen. Bei Vermietern, welche in Dortmund ansässig sind oder hier Geschäftsstellen unterhalten, sollte dieses Verfahren gewählt werden.
Rechtlich wäre ansonsten der sicherste Weg der, die Kündigung durch einen Gerichtsvollzieher zustellen zu lassen. Unter den Versandangeboten der Deutschen Post sollte andernfalls unbedingt das Einwurf-Einschreiben gewählt werden. Hierbei wird das Schreiben in den Briefkasten des Vermieters eingeworfen, der Einwurf als solcher quittiert und registriert. Gefährlich ist die Nutzung des Einschreibens mit Rückschein. Dieses Verfahren funktioniert nur dann, wenn der Vermieter anwesend (nicht im Urlaub) ist und auch den Rückschein tatsächlich unterzeichnet. Zu beidem wäre ein Vermieter nicht verpflichtet. Die Rücksendung des Rückscheins erfolgt im Wege der Postkarte, für den Verlust von Postkarten haftet die Deutsche Post nicht. Sollte der Vermieter nicht anwesend sein, wird das Schreiben bei der Post gelagert, bei Nichtabholung durch den Vermieter irgendwann an den Absender zurückgeschickt. Faktisch, wie rechtlich, ist dieses Schreiben beim Vermieter niemals angekommen.
Die 3-monatige Kündigungsfrist berechnet sich wie folgt: Die Kündigung wird zum Ende des 3. Monats wirksam. Der erste Fristmonat ist der, bis zu dessen 3. Werktag die Kündigung beim Vermieter eintrifft. Wenn der 3. Werktag ein Samstag ist, muss die Kündigung auch bis zu diesem Samstag beim Vermieter sein. Diese Frist verlängert sich nur dann, wenn der 3. Tag des Monats ein Sonntag oder vergleichbarer Feiertag ist, an welchem Post nicht ausgeliefert wird. Dann verlängert sich die Frist auf den folgenden Werktag.
Eine Beendigung des Mietverhältnisses kann auch durch eine einvernehmliche Regelung erfolgen, einen sog. Mietaufhebungsvertrag. Auf diesem Wege können beispielsweise auch kurzfristige Beendigungen des Mietverhältnisses vereinbart werden. Meist wird dieser Weg genutzt, um auch weitere Fragen der Rückgabe der Wohnung, wie z. B. die Vornahme von Renovierungsarbeiten, die Rückzahlung der Kaution, die Abrechnung von Heiz- und Betriebskosten einvernehmlich zu regeln.

9.2 Kündigung des Vermieters

Für die ordentliche Kündigung des Vermieters gelten zwei Besonderheiten. Zum einen ist eine derartige Kündigung nur dann wirksam, wenn sie einen gesetzlich zugelassenen Kündigungsgrund enthält. Anders als ein Mieter kann ein Vermieter nicht ohne Grund kündigen. Dieser Grund muss in der Kündigung auch ausreichend deutlich genannt sein.
Von diesem wichtigen Mieterschutzrecht existieren nur drei Ausnahmen. Ein Kündigungsgrund ist dann nicht erforderlich, wenn der Mieter in einem Haus mit lediglich zwei Wohnungen wohnt, die andere Wohnung vom Vermieter bewohnt wird.
Ebenfalls entfällt ein Kündigungsgrund, wenn der Mieter ein möbliertes Zimmer in der Wohnung des Vermieters bewohnt. Und letztendlich entfällt das Erfordernis eines Kündigungsgrundes bei Anmietung eines Zimmers oder einer Wohnung in einem Studentenwohnheim.
Darüber hinaus gibt es für die Kündigung des Vermieters eine andere Fristenregelung. Eine Kündigungsfrist von drei Monaten gilt nur, solange das Mietverhältnis noch keine fünf Jahre andauert. Nach fünf Jahren verlängert sich die Frist um weitere drei Monate auf 6 Monate, nach 8 Jahren sodann auf 9 Monate.
Gesetzlich gibt es zwei Gruppen von möglichen Kündigungsgründen für den Vermieter.
Zum einen kann ein Vermieter dann kündigen, wenn der Mieter in erheblichem Umfang seine mietvertraglichen Pflichten verletzt hat. Dieses ist insbesondere dann der Fall, wenn Miete nicht oder auf Dauer unpünktlich und/oder zu niedrig gezahlt wurde.
Weiteres zum Kündigungsrecht des Vermieters wegen einer Pflichtverletzung, der Nichtzahlung von Miete oder einer unpünktlichen Mietzahlung erläutern wir unter dem Stichwort „Fristlose Kündigung des Vermieters“ (vgl. Kapitel 9.4).
Unabhängig vom Verhalten des Mieters ist ein Vermieter auch dann zur Kündigung berechtigt, wenn er an der Wohnung Eigenbedarf geltend machen kann oder durch die Vermietung der Wohnung an deren angemessener wirtschaftlicher Verwertung gehindert wird.
Eigenbedarf bedeutet, dass der Vermieter die Wohnung selbst oder für nahe Angehörige benötigt. Dieses könnte der Fall sein, wenn ein Vermieter eine Eigentumswohnung kauft, um letztendlich dort selbst einzuziehen (s. u.). Das könnte allerdings auch der Fall sein, wenn der Vermieter die Wohnung benötigt, um beispielsweise in der Ausbildung befindliche Kinder oder pflegebedürftige Angehörige unterzubringen. Auch Platzbedarf für Pflegepersonen für einen nahen Angehörigen kann den Eigenbedarf begründen.
Den Kündigungsgrund, d. h., die Umstände der Situation, welche den Eigenbedarf begründen, muss der Vermieter in der Kündigung selbst anführen, ohne diese Umstände ist die Kündigung nicht wirksam.
Gesetzlich vorgesehen ist auch ein Kündigungsrecht des Vermieters, wenn dieser durch das existierende Mietverhältnis an einer erforderlichen wirtschaftlichen Verwertung der Wohnung gehindert wird. Hierzu reicht keinesfalls aus, dass die Wohnung verkauft werden soll, ohne Mietverhältnis besser verkäuflich wäre. Vielmehr muss in einem solchen Fall der Vermieter darlegen, dass die Wohnung mit Mietverhältnis unverkäuflich ist oder er durch eine nachweisliche Minderung des Kaufpreises einen nicht hinnehmbaren Verlust erleidet. Diese Kündigung dient dazu, zu verhindern, dass der Vermieter durch das Mietverhältnis selbst in Not gerät, soll dem Vermieter umgekehrt aber nicht erleichtern, seine Wohnung bestmöglich zu verkaufen. In Ausnahmesituationen ist unter diesem Gesichtspunkt auch ein Abriss des Gebäudes als Kündigungsgrund denkbar.
In allen Fällen der ordentlichen, d. h., befristeten Kündigung des Vermieters, gibt es auf Seiten des Mieters ein sog. Widerspruchsrecht.

9.3 Fristlose Kündigung des Mieters

Ein Mieter kann ein Mietverhältnis auch ohne Einhaltung einer Frist kündigen, wenn die weitere Fortsetzung des Mietverhältnisses unzumutbar ist. Anders als die Kündigung mit 3-Monatsfrist muss eine solche Kündigung auch schriftlich begründet werden. Mit Zugang einer derartigen Kündigung beim Vermieter ist das Mietverhältnis beendet, der Mieter muss dann zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Wohnung räumen.
In allen Fällen, in denen eine fristlose Kündigung berechtigt ist, besteht bei einem entsprechenden Verschulden des Vermieters auch ein Schadensersatzanspruch des Mieters für den Verlust der Wohnung.
Eine Fortsetzung des Mietverhältnisses ist dann unzumutbar, wenn der Vermieter trotz Anzeige eines erheblichen Mangels und ausreichender Fristsetzung sich weigert, den Mangel zu beheben.
Vorsicht: Eine Unzumutbarkeit mit der Folge eines Kündigungsrechts ergibt sich nur in seltenen Ausnahmefällen unmittelbar. In fast allen Fällen ist es erforderlich, dass der Vermieter unter Setzung einer angemessen langen Frist zur Mangelbeseitigung schriftlich aufgefordert wurde.
Gleiches gilt, wenn aus der Wohnung eine Gesundheitsgefährdung resultiert. Dieses kann z. B. bei gravierendem Schimmelbefall gegeben sein. Nach neuer Rechtsprechung muss der Mieter allerdings beweisen, dass eine konkrete Gesundheitsgefahr besteht.

9.4 Fristlose Kündigung des Vermieters

Auch der Vermieter kann das Mietverhältnis dann ohne Einhaltung einer Frist kündigen, wenn bedingt durch das Verhalten des Mieters ihm die Fortsetzung des Mietverhältnisses unzumutbar wird.
Hierzu bedarf es einer erheblichen Vertragsverletzung des Mieters.
Die Hauptpflicht des Mieters aus dem Mietvertrag ist die pünktliche Zahlung der Miete. Daher entsteht ein Grund für eine fristlose Kündigung dann, wenn Miete nicht gezahlt wird. Der Kündigungsgrund entsteht dann, wenn bei aufeinanderfolgenden Zahlungsterminen mehr als eine Bruttomiete nicht gezahlt wurde. Ausreichend sind daher die Nichtzahlung einer Miete sowie ein einziger fehlender Cent bei der Folgemiete. Es entsteht auch dann ein Grund zur fristlosen Kündigung, wenn 2 Bruttomieten nicht gezahlt wurden. Der Betrag von 2 Bruttomieten kann auch dann einen Kündigungsgrund darstellen, wenn sich ein unberechtigterweise nicht gezahlter Fehlbetrag auf diesen Betrag aufsummiert hat.
Hierbei zählt jeder Mietbestandteil, d. h., es kann sich auch um auf Dauer nicht gezahlte Vorauszahlungen für Betriebs- und Heizkosten handeln. Nicht als Mietrückstand zählen hier Nachzahlungen aus Heiz- und Betriebskostenabrechnungen.
Wichtig: Bei einer auf Mietrückständen beruhenden fristlosen Kündigung ist es möglich, diese Kündigung rückwirkend zu heilen. Dieses ist dann der Fall, wenn spätestens zum Ablauf von 2 Monaten nach Zustellung der anschließenden Räumungsklage sämtliche bis dahin entstandenen Mietrückstände vollständig durch Zahlung getilgt werden. Der gleiche Effekt tritt ein, wenn ein Transferleistungsträger, d. h., das JobCenter oder das Sozialamt, innerhalb dieses Datums die Zahlung der Rückstände zusichert. Eine derartige Heilung ist innerhalb von 2 Jahren allerdings nur ein einziges Mal möglich.
Vorsicht: Diese Heilungsmöglichkeit existiert nur bei einer fristlosen Kündigung. Ein erheblicher Zahlungsverzug oder eine andauernde unpünktliche Mietzahlung kann auch eine fristgerechte ordentliche Kündigung des Vermieters begründen. Dort ist eine Heilung der ordentlichen Kündigung durch spätere Nachzahlung nicht möglich. Das Mietverhältnis endet dann trotz Nachzahlung zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist.
Auch andere schwerwiegende Vertragsverletzungen können einen Grund für eine fristlose Kündigung darstellen. Dieses ist in jedem Fall dann gegeben, wenn der Mieter Straftaten begeht, z. B., den Vermieter oder Nachbarn schwer beleidigt. Auch erhebliche Ruhestörungen können Kündigungsgründe sein. Auch eine Gefährdung und Beschädigung der Mietsache kann einen Kündigungsgrund darstellen, beispielsweise wenn der Mieter wiederholt Wasserschäden verursacht. Auch die Störung des Hausfriedens gehört hierzu, beispielsweise durch Störungen der Nachtruhe durch häufige lautstarke Partys oder rücksichtloses Verhalten gegenüber Mitmietern.
Gerade dann, wenn es um eher geringfügige Überschreitungen von Gebrauchsrechten geht oder einmalige Vorfälle, ist das Vorliegen eines Kündigungsgrundes sehr fraglich. In vielen Fällen wird es erforderlich sein, dass der Vermieter ein vertragswidriges Verhalten zunächst abmahnt, durch die Abmahnung deutlich macht, dass bei einer Wiederholung eine Kündigung droht. Die Einzelheiten hierzu sind sehr umstritten, können nur anhand der Gesamtkonstellation des jeweiligen Einzelfalls beurteilt werden.

9.5 Kündigungswiderspruch des Mieters

Wenn der Vermieter ordentlich, d.h. mit Frist, kündigt, steht dem Mieter ein sog. Kündigungswiderspruch zu. Hierdurch wird genau genommen, nicht der Kündigung widersprochen, damit der Streit über die Berechtigung der Kündigung eröffnet, sondern ein Schutzrecht eigener Art geltend gemacht.
Der gesetzliche Kündigungswiderspruch setzt voraus, dass die Kündigung als solche zwar wirksam ist, andererseits der Mieter aber erhebliche Härtegründe hat, die bei einer Abwägung der widerstreitenden Interessen dazu führen, dass das Mietverhältnis über den Kündigungszeitpunkt hinaus verlängert wird.
Dieses ist z. B. typischerweise dann der Fall, wenn wichtige Prüfungen bevorstehen, so dass ein vorheriger kurzfristiger Umzug unzumutbar wäre, oder das Studium oder der Studienabschnitt in Kürze endet. Weitere Härtegründe können eine schwere Erkrankung und ähnliche Umstände sein.
Dieser Kündigungswiderspruch führt zu einer Verlängerung des an sich gekündigten Mietverhältnisses, bis nach Wegfall des Härtegrundes ein Auszug zumutbar ist. In Ausnahmefällen (z. B. hohes Alter) kann dieses zu einer unbefristeten Verlängerung des Mietverhältnisses führen.
Ein Kündigungswiderspruch mit solchen Härtegründen muss schriftlich geltend gemacht werden. Der Mieter ist wie bei einer eigenen Kündigung für dessen Zugang beim Vermieter beweispflichtig. Es können nur Härtegründe berücksichtigt werden, die schriftlich und fristgerecht dem Vermieter mitgeteilt wurden. Wenn der Vermieter in der Kündigung auf das Widerspruchsrecht hinweist, muss dieser Widerspruch spätestens zwei Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist beim Vermieter eingehen.
Achtung: Bei einer Kündigung mit Dreimonatsfrist endet daher die Frist bereits mit Ablauf des folgenden Monats!
WICHTIG: Das Recht, Härtegründe durch einen solchen Kündigungswiderspruch geltend zu machen, existiert auch in den Fällen, in denen ein Vermieter ohne Kündigungsgrund kündigen darf, also z. B. auch bei Mietverhältnissen in einem Studentenwohnheim. Auch dort muss eine Wohnung/Zimmer nicht kurz vor einer Prüfung oder bei anderen Härtegründen kurzfristig geräumt werden.

9.6 Auszug und Rückgabe der Wohnung

Bei der Rückgabe der Wohnung muss diese besenrein übergeben werden, möglicherweise müssen bereits fällige Schönheitsreparaturen ausgeführt werden, Einbauten und Beschädigungen müssen beseitigt werden.

Rückgabe besenrein

In den meisten Mietverträgen ist geregelt, dass die Wohnung besenrein zurückgegeben werden muss. Besenrein bedeutet grob gereinigt, ggf. gefegt und gesaugt.

Rückbau von Einbauten

Einbauten des Mieters müssen rückgebaut, der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden. Dieses kann sich nicht nur auf ein Hochbett beziehen, sondern beispielsweise auch auf durch den Mieter verlegte Laminatböden oder Deckenverkleidungen. Für Einbauten gilt, dass der Vermieter den Rückbau verlangen kann aber nicht muss. Er kann den Rückbau und die Mitnahme auch verweigern, muss dann den Mieter aber für die hierdurch erzielte Wertsteigerung entschädigen.

Beseitigung von Beschädigungen

Beschädigungen sind Veränderungen der Mietsache durch den Mieter außerhalb des Bereichs der Schönheitsreparaturen. Solche Beschädigungen können von der Haftpflichtversicherung des Mieters reguliert werden. Ein Mieter haftet aber nicht für Beschädigungen, die schon vorhanden waren, oder auf vertragsgemäßem Gebrauch beruhen.
Wenn ein Vermieter eine Beschädigung behauptet, muss er beweisen, die Wohnung insoweit unbeschädigt zuvor übergeben zu haben.
Für normale Abnutzung haftet ein Mieter nicht. So ist nach der Rechtsprechung davon auszugehen, dass ein vermieteter Teppichboden, ebenso ein Parkettboden, nach ca. zehn Jahren erneuerungsbedürftig ist, bzw. abgeschliffen und neu versiegelt werden muss. Ein Mieter haftet auch nicht für Druckstellen im mitvermieteten Teppich durch das Aufstellen von Möbeln.

Renovieren/Schönheitsreparaturen bei Auszug

Eine vertragliche Verpflichtung, allein aus Anlass des Auszuges die Wohnung zu tapezieren und zu streichen, oder auch nur die Tapeten zu entfernen ist nichtig. Schönheitsreparaturen können bei Auszug nur in dem Umfang verlangt werden, in dem diese auch bei einer Fortsetzung des Mietverhältnisses fällig und erforderlich gewesen wären. Ein Anhaltspunkt kann hierfür der Ablauf der üblichen Renovierungsfristen seien, wobei bei der heute üblichen Qualität von Tapeten und Farben durchaus von weitaus längeren Abständen ausgegangen werden kann. Umgekehrt kann eine Renovierung bei Auszug erst recht nicht verlangt werden, wenn noch nicht einmal die üblichen Renovierungsfristen abgelaufen sind.
Achtung: Näheres vgl. 8.11. Renovieren, Schönheitsreparaturen und Farben.

Bunte Farben beim Auszug

Nach neuer Rechtsprechung des BGH dürfen die vorhandenen Farben eine Neuvermietung nicht erschweren. Was im Einzelfall gilt ist noch nicht entschieden. Es muss nicht immer Weiß sein, auch Pastelltöne sind i.d.R. noch zulässig. Kräftige, farbintensive oder eigenwillige Farbanstriche fallen jedoch nicht darunter. Hier ist – sofern keine anderweitigen Absprachen mit dem Vermieter getroffen werden kann – dringend ein Streichen, ggf. auch tapezieren im neutralen Farbton vorzunehmen, Ansonsten droht, dass sich der Mieter schadensersatzpflichtig macht.

Abwicklung der Wohnungsrückgabe

Wichtig bei der Wohnungsrückgabe ist, den Zustand der Wohnung bei Rückgabe beweisen zu können und die Wohnung nebst Schlüsseln fristgerecht zu räumen und zurückzugeben.
Am einfachsten ist dieses, wenn am letzten Tag der Mietzeit oder vorher ein gemeinsamer Termin vereinbart wird, die Rückgabe aller Schlüssel und der Zustand der Wohnung in einem gemeinsamen Protokoll festgehalten werden.
Ein solcher Termin, verbunden mit dem Angebot der Rückgabe der Wohnung und der Schlüssel sollte im Zweifel schriftlich angeboten werden. Kommt ein gemeinsamer Termin nicht zustande sollte der Zustand der Wohnung durch Fotos und Zeugen dokumentiert werden. Die Schlüssel können ggf. vor Ort mit Zeugen beim Vermieter abgegeben werden, bei auswärtigen Vermietern sollte die Rückgabe schriftlich angeboten und angefragt werden, ob eine Übersendung erfolgt, oder die Schlüssel abgeholt werden.
Ein gemeinsames Abnahmeprotokoll der Wohnung ist dann hilfreich, wenn Einigkeit über den Zustand der Wohnung besteht. Andernfalls sollte im Zweifel kein Protokoll unterschrieben werden, dass den Zustand der Wohnung nicht korrekt wiedergibt, oder den Mietern zu nicht geschuldeten Maßnahmen verpflichtet.


Herausgeber:
AStA TU Dortmund
Emil-Figge-Str. 50
44221 Dortmund
Telefon 0231 7552 584
Fax 0231 7555 143
E-Mail asta@asta.tu-dortmund.de
Website www.asta.tu-dortmund.de
Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V.
Bearbeitung Martin Grebe
Markus Roeser
Kampstr. 4
44137 Dortmund
Telefon 0231 557656 0
Fax 0231 557656 16
E-Mail info@mieterverein-dortmund.de
Website http://www.mieterverein-dortmund.de
Download Der Mietrechtsreader als PDF
5. Auflage Dortmund Januar 2016

Die Inhalte dieses Readers wurden durch die Herausgeber mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Die Herausgeber übernehmen jedoch keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte Bildnachweis Titelseite: Ingo Manfraß / AStA TU Dortmund

Vorwort aus der Printversion

Wir freuen uns, Ihnen nunmehr bereits die 5. Auflage des vom AStA der TU Dortmund herausgegebenen Mietrechtsreaders vorstellen zu können.

Dieser erscheint wiederum in bewährter Zusammenarbeit mit dem Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. und dem AStA der TU Dortmund. Die erneut erweiterte und überarbeitete 5. Auflage des Mietrechtsreaders ist nunmehr auf dem Stand Januar 2016.

Der Mietrechtsreader soll Studierenden helfen, sich auf dem Wohnungsmarkt in Dortmund und sich hierbei ergebenden mietrechtlichen Problemen zurechtzufinden. Der Reader kann kein Lehrbuch sein und wird bei Konflikten oft auch keine fachliche ersetzen können. Bedingt durch die Rechtsprechung ändert sich das Mietrecht schnell. Die Darstellung orientiert sich an der zu diesem Zeitpunkt bekannten Rechtsprechung, die wir wiederum eingearbeitet haben, und der Beratungspraxis des Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V.

Der Reader soll helfen, sich bei der Anmietung, dem Wohnen in und der Rückgabe einer Wohnung schnell zu orientieren sowie Fehler zu vermeiden. Um hierzu die notwendige Übersichtlichkeit zu gewährleisten, wurde auf den Nachweis von Rechtsprechung verzichtet. Dieses darzustellen, hätte den Rahmen und die Funktion dieses Mietrechtsreaders gesprengt. Die im Einzelfall erforderlichen Rechtsprechungsübersichten finden sich auf Merkblättern des Mieterverein Dortmund und im Mieterlexikon des Deutschen Mieterbundes (DMB), beides ist über www.mieterverein-dortmund.de erreichbar, bzw. beziehbar. Im konkreten Fall steht die MieterInnenberatung des AStA zur Verfügung.

Kritik und Anregungen zur Verbesserung des Mietrechtsreaders sich erwünscht!

AStA TU Dortmund

Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V.

Dortmund im Januar 2016

 
 
Recent changes RSS feed Creative Commons License Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki