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Fazit

Zum Entwurf der neuen Grundordnung der Universität Dortmund.

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Da das durcharbeiten der einzelnen Paragraphen doch sehr zeitaufwändig ist habe ich beschlossen schon jetzt ein Fazit zu schreiben, da die Zeit knapp wird vor der Abstimmung im Senat über die neue Grundordnung.

Beim durchlesen und durcharbeiten der Grundordnung habe ich mich oft gefragt, wie damit eine moderne Hochschule zu realisieren sei. Viele Teile der Grundordnung wurden einfach aus der noch gültigen Grundordnung übernommen und die Änderungen durch das neue Hochschulgesetz oft nur teilweise umgesetzt.

Technische Universität

Der erste Satz der Präambel hat es bereits in sich. Dort wird ausgesagt, dass die Universität Dortmund eine Technische Universität (TU) ist die nach dem Leitbild „Mensch und Technik“ ausgerichtet ist. Wie dem Wikipedia Eintrag zur TU zu entnehmen ist, besteht eine TU aus einer Reihe von Ingenieurfächern, ergänzt um begleitende Fächer, z. B. aus den Bereichen Philosophie, Kommunikationswissenschaft, Management und Werbung, Soziologie und Volkswirtschaft.

Die Universität Dortmund bietet aber momentan noch eine ganze Reihe weiterer Fächer an, die nicht technischer Natur sind. Hauptsächlich werden in diesen Fächern Lehrer ausgebildet. Bei einer Umwandlung in eine TU würde man diesen Fächern eine klare Absage erteilen. Will man diese Fächer jedoch weiter behalten, so sollte man sich klar zu diesen Fächern bekennen und dies auch in irgendeiner Form in der Präambel wiederspiegeln.

Meiner Meinung nach gibt es zwei Modelle für die Universität Dortmund:

  • reine TU ohne nicht technische Fächer. Will man die Universität in den Ingenieurswissenschaften wirklich wettbewerbsfähig machen mit Technischen Universitäten / Hochschulen wie z.B. der RWTH Aachen oder der TU München, so ist es wahrscheinlich unausweichlich, nur noch auf die Technischen Fächer zu setzen. Sollte die Universität sich hierfür entscheiden, sollte eine studierendenfreundliche Regelung gefunden werden um die bisherigen Studiengänge an andere Universitäten des Ruhrgebiets zu übertragen.
  • eine technisch ausgerichtete Hochschule mit dem zusätzlichen Schwerpunkt der Lehrerausbildung auch in nicht technischen Fächern. Entscheidet sich die Universität für dieses Modell, so sollten die Fachbereiche die sich mit der Lehrerbildung befassen gestärkt werden und zu einer vorbildlichen Lehrerausbildung umstrukturiert werden. Die Technischen Fächer werden dann evtl. nicht so konkurenzfähig sein wie die einer TU.

Dies ist sicherlich eine der weitreichendsten Entscheidungen, die mit der Grundordnung getroffen werden und es sollte genau überlegt werden, wie die Universität sich ausrichtet und dann sollte eine klare Entscheidung getroffen werden, damit die Fachbereiche der nicht technischen Fächer endlich wissen woran sie sind. Man kann diese Fachbereiche nicht weiterhin wie ein aufgezwungenes Anhängsel betrachten. Entweder man bekennt sich zu diesen Fachbereichen oder man findet eine für alle momentanen Studierenden gute Lösung ihr Studium angemessen und auf einem hohen Niveau zu beenden.

Nach vielen Gesprächen mit Professoren und Studierenden verschiedener Fachbereiche bin ich zu folgender Meinung gelangt: Die Universität Dortmund verliert bereits jetzt gute Professoren an andere technischer ausgerichtet Universitäten und einige Professoren haben angekündigt, die Uni Dortmund zu verlassen, falls sie keine TU wird. Gleichzeitig leiden die Geistes-, Kultur- und Sportwissenschaften seit Jahren darunter, dass sie keine verlässlichen Aussagen über ihre Zukunft bekommen und auch wenn sie weiter an der Universität bestehen, wurde dieser Bereich von der Verwaltung oft als aufgezwungenes Anhängsel behandelt, dem man eine Gnadenfrist (der berühmte „Schutzzaun“) eingeräumt hat bis man eine endgültige Lösung findet.

Ich denke, dass es an der Zeit ist eine endgültige Lösung zu erarbeiten und ich glaube inzwischen, dass die Universität Dortmund nur dann eine gute Chance hat sich gegenüber anderen Universitäten zu positionieren, wenn sie eine TU wird. Ansonsten würde man die guten Dozenten und Professoren und damit auf dauer auch viele Studierende.

Aus meiner Sicht würde es Sinn machen, die Universität zu teilen und eine TU zu gründen und die restlichen Fachbereiche wieder in eine Pädagogische Hochschule auszugliedern. Dieser könnten dann auch die pädagogischen Fachbereichen der Uni Bochum angehören. Ein sowieso überfälliger Shuttle Bus zwischen der Uni Dortmund und der Uni Bochum könnte dann dafür sorgen, dass das Fächerangebot von beiden Unis an der neuen PH studiert werden könnten. Dies ist sicherlich ein gewagter Vorschlag und ich habe auch keine Ahnung ob so etwas in irgendeiner Form umzusetzen ist. Aber aus meiner Sicht wäre die Gründung einer gemeinsamen PH der Unis Bochum und Dortmund die beste Lösung für die Studierenden. Die PH sollte dann natürlich trotzdem stark mit den Unis zusammenarbeiten, aber in ihren Entscheidungen und der Verwaltung autark sein!

Als Beispiel für die Koexistenz zwischen PH und Uni würde ich die gut positionierte Uni Heidelberg erwähnen, die einen starken Naturwissenschaftlichen Bereich hat und neben der eine PH existiert, die im Ruf steht eine gute Lehrerausbildung zu besitzen.

Ist so etwas nicht möglich, müssen dringend Konzepte veröffentlicht werden, was mit den nicht technischen Fachbereichen geschieht. Die Studierenden brauchen feste zusagen, ob sie hier ein Studium beginnen können, was sie auch auf einem hohen Niveau zu einem Abschluss führen können!

Qualitätssicherung

Die Grundordnung weist eine ganze Reihe von Lücken auf. Die wesentlichste ist für mich, das die Qualitätssicherung der Uni, welche im neuen HG einen bedeutenden Anteil hat, nur in einzelnen Sätzen in dem Entwurf auftauchen. Meiner Meinung nach müsste es einen eigenen Paragraphen für die Qualitätssicherung an der Uni geben.

Hochschulrat

Der Hochschulrat ist momentan komplett extern vorgesehen. Dies ist aber sicher keine gute Lösung für die Uni, da keine Impulse aus der Uni heraus gegeben werden können. An der FH hat die Studierendenschaft bei der Änderung der Grundordnung durchgesetzt, dass der Hochschulrat nur zur Hälfte von externen besetzt wird.

Deren Mitteilung und Begründung findet sich hier: Mitteilung des AStA der FH Dortmund zur Änderung ihrer Grundordnung

Verfasste Studierendenschaft

Ein weiterer Punkt der meiner Meinung nach fehlt ist die Verfasste Studierendenschaft. Auch diese nimmt im HG einen nicht unbedeutenden Teil ein, findet aber keinerlei Niederschlag im Entwurf zur Grundordnung. Besonders die Fachschaften sind im HG nur optional vorgesehen und benötigen dringend einer soliden Bestätigung in der Grundordnung. Die Fachschaften existieren bisher nur aufgrund der Satzung der Studierendenschaft, die aber auch nicht in der Grundordnung der Uni verankert ist. Der Fachschaftenbeauftragte, der im Entwurf der Grundordnung sogar eine Aufgabe zugewiesen bekommt, existiert sogar nur Aufgrund einer sehr alten Vereinbarung zwischen den Fachschaften.

Lausi hat mich darauf hingewiesen, dass die Fachschaften in die Satzung der Studierendenschaft gehören . Der Fachschaftsbeauftragte müsste dann jedoch in der Satzung der Studierendenschaft erwähnt werden…

Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass die Verfasste Studierendenschaft als Teilkörperschaft in der Grundordnung erwähnt werden kann. Ich werde aber noch mal überprüfen, ob das möglich und sinnvoll ist.

Florian Feldhaus 09.07.2007 16:22

Sonstiges

Es gibt noch etliche Teile in der Grundordnung, die einer Überarbeitung bedürfen. Für die ersten Paragraphen habe ich diese auch bereits aufgeschrieben, zu finden sind sie bei den jeweiligen Diskussionen der Paragraphen.

Abschließendes Fazit

Der Entwurf der Grundordnung sollte auf keinem Fall in dieser Form verabschiedet werden. Aus studentischer Sicht fehlen mindestens die Punkte Qualitätssicherung und Verfasste Studierendenschaft. Auch entspricht der Entwurf in keinster Weise einer moderne Grundordnung, die die Basis einer gut aufgestellten Universität ist. Nur wenn die Universität gute Professoren und Dozenten anziehen kann, kann sie auch eine gute Lehre bieten!

Die Frage nach der TU sollte genaustens erörtert werden und dann eine Entscheidung getroffen werden, die den Studierenden Klarheit gibt, ob das Studium an dieser Uni auf hohem Niveau fortgesetzt oder begonnen werden kann!


Ich gebe dir - abgesehen vom Teil zur TU - völlig Recht. Die Frage ist nur, wie soll diese Grundordnung noch aufgehalten werden? Da bin ich ratlos…

Jörn Hahn 08.07.2007 16:00


Der Senat muss die Grundordnung so nicht annehmen. Wenn man gute Gründe vorbringt, kann man sie wohl noch verschieben. Ein Gespräch mit einem der Professoren der Grundordnungskommission wäre dazu sicherlich nicht schlecht (z.B. Herr Tolan). Auf einer Sitzung der Kommission war ich als Stellvertreter auch anwesend und ich muss sagen, dass die Diskussionen nicht sehr tiefgreifend waren… — Frank Hommes 09.07.2007 15:00

Was verstehst du unter: „dass die Diskussionen nicht sehr tiefgreifend waren“? — Jörn Hahn 09.07.2007 20:00

Da die meiste Zeit damit verbracht wurde, das Rektorat rauszuschmeißen und der Kanzler danach beleidigt war, haben wir nur ein bisschen über die Macht des zukünftigen Präsidenten geredet. Keine Formulierungen oder ähnliches, sondern nur locker drüber geredet. — Frank Hommes 11.07.2007 12:30

 
 
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