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Diskussion von §1 Rechtsstellung und Aufgaben

§1 Rechtsstellung und Aufgaben

(Diskussion §1)

  1. Die Universität Dortmund ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie verwaltet die ihr obliegenden Aufgaben im Rahmen der Gesetze auf der Grundlage von Art. 16 Abs. 1 der Verfassung für das Land Nordrhein-Westfalen selbst, soweit sie nicht staatliche Angelegenheiten wahrnimmt.
  2. Die Universität dient der Pflege und Entwicklung der Wissenschaften durch Forschung, Lehre und Studium. Die Forschung bildet die Grundlage zur Gestaltung und Weiterentwicklung von Lehre und Studium. Die Universität sichert in umfassender Form die Qualität ihrer Institutionen und Prozesse. Sie stellt ferner durch geeignete Maßnahmen eine gute wissenschaftliche Praxis sicher. Sie bereitet auf berufliche Tätigkeiten vor, die die selbständige, unabhängige und kritische Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden erfordern. Sie fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. Sie setzt sich im Bewusstsein ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt mit den möglichen Folgen einer Verbreitung und Nutzung ihrer Forschungsergebnisse auseinander. Die Sätze 1 bis 7 gelten für die Kunst entsprechend, soweit sie zu den Hochschulaufgaben gehört.
  3. Die Universität stellt sicher, dass ihre Mitglieder und Angehörigen ihre Aufgaben in Forschung, Lehre und Studium in Freiheit erfüllen und die durch Artikel 5 Abs. 3 Satz 1 des Grundgesetzes verbürgten Rechte wahrnehmen können. Sie berücksichtigt dabei die unterschiedlichen Chancen aufgrund persönlicher und gesellschaftlicher Verhältnisse und wirkt auf den Abbau von Barrieren hin. Hierzu gehören auch die Schaffung geeigneter baulicher Voraussetzungen und die Sicherstellung der Zugänglichkeit von Informationen.
  4. Die Universität sichert die Qualität der Hochschullehre und fördert ihre Weiterentwicklung in Forschung, Lehre, Weiterbildung und Hochschuldidaktik.
  5. Die Universität fördert die disziplinenübergreifende Zusammenarbeit in Forschung, Lehre und Studium und bei der Studienreform.
  6. Die Universität fördert die internationale Zusammenarbeit in Forschung, Lehre und Studium sowie den Austausch mit Hochschulen im Inland wie im Ausland.
  7. Die Universität fördert die regionale Vernetzung zwischen der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Politik und der Kultur. Zur Pflege der umfassenden regionalen Zusammenarbeit bildet sie einen Beirat, dem herausragende Persönlichkeiten aus der Stadt Dortmund und der Region angehören.
  8. Die Universität fördert bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Hochschule . Sie achtet auf die Beteiligung von Frauen in inneruniversitären Entscheidungsprozessen und fördert durch geeignete Verfahren die geschlechterparitätische Zusammensetzung von Organen, Gremien, Ausschüssen und Kommissionen sowie die Besetzung von Funktionsstellen alternierend mit Frauen und Männern.
  9. Die Universität fördert den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und beachtet die Grundsätze nachhaltiger und ressourcenschonender Entwicklung.

Diskussion

1. Dieser Absatz entspricht mehr oder weniger Abs. 1 § 2 Rechtsstellung, HG. Art. 16 Abs. 1 der Verfassung NRW unterstreicht das Recht auf Selbstverwaltung der Universität:

Die Universitäten und diejenigen Hochschulen, die ihnen als Stätten der Forschung und der Lehre gleichstehen, haben, unbeschadet der staatlichen Aufsicht, das Recht auf eine ihrem besonderen Charakter entsprechende Selbstverwaltung im Rahmen der Gesetze und ihrer staatlich anerkannten Satzungen.

2. Dieser Absatz entspricht weitestgehend dem Abs. 1 § 3 Aufgaben, HG. Hinzugefügt wurde der Satz:

Die Universität sichert in umfassender Form die Qualität ihrer Institutionen und Prozesse

Da dies einer der Zentralen Punkte für die Verbesserung der Lehre ist, finde ich diesen Satz sehr wichtig. Mir fehlt aber in den folgenden Paragraphen eine genauere Definition der Qualitätssicherung!

Weiterhin wurde der folgende Satz hinzugefügt:

Sie setzt sich im Bewusstsein ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt mit den möglichen Folgen einer Verbreitung und Nutzung ihrer Forschungsergebnisse auseinander.

Diesen Zusatz sehe ich durchaus positiv und denke, dass nichts dagegen spricht die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt in die Grundordnung aufzunehmen.

3. Die Freiheit der Lehre ist enorm wichtig und wird bereits, wie in diesem Absatz erwähnt, durch Artikel 5 Abs. 3 des Grundgesetzes geschützt:

Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Natürlich muss auch der Zugang zu Forschung und Lehre für alle Menschen gesichert sein. Dies stellt die Grundordnung nur in unzureichendem Maße sicher. Zwar wird als Aufgabe der Abbau von Barrieren gefordert und die berücksichtung unterschiedlicher Chancen (was ist hier mit Chancen gemeint???), aber es fehlen wesentliche Punkte die schon in § 3 Abs. 5 des HG vorgesehen sind:

Die Hochschulen wirken an der sozialen Förderung der Studierenden mit. Sie berücksichtigen die besonderen Bedürfnisse behinderter und chronisch kranker Studierender und Beschäftigter sowie der Studierenden und Beschäftigten mit Kindern. Sie setzen sich für eine angemessene Betreuung dieser Kinder ein. Sie nehmen die Aufgaben der Berufsbildung nach dem Berufsbildungsgesetz wahr. Sie fördern in ihrem Bereich Sport und Kultur.

Ich finde es sehr wichtig, dass behinderte und chronisch kranke Studierende berücksichtigt werden. Auch finde ich es enorm wichtig, dass die Universität sich in ihrer Grundordnung zu einer Elternfreundlichen Universität bekennt. Ganz besonders die Betreuung der Kinder ist an der Uni Dortmund bisher unzureichend! (siehe z.B. Dortmunder Campus-Zeitung InDOpendent vom 26.06.2007) Auch taucht die Förderung von Sport und Kultur in der Grundordnung nicht auf, besonders der Hochschulsport verdient aber meiner Meinung nach eine eigene Erwähnung in der Grundordnung.

4. Dieser Artikel ist eine Ausformulierung dessen, was bereits in Absatz 2 steht. Wie bereits weiter oben geschrieben, ist die Qualitätssicherung ein enorm wichtiges Instrument zur Verbesserung der Lehre. Dies wird aber außer in den Aufgaben der Uni zu wenig in der Grundordnung behandelt! Insbesondere die in §7 des HG geforderte Festlegung von Verfahren zur Qualitätssicherung und Evaluation ist in der Grundordnung nicht geschehen. Evtl. geschieht dies durch andere Verordnungen der Univerwaltung. Die Grundzüge sollten aber in der Grundordnung festgehalten werden!

5. Die Förderung der disziplinübergreifenden Zusammenarbeit ist wichtig und wird auch schon in vielen Bereichen der Uni Dortmund umgesetzt.

6. Die Förderung der internationalen Zusammenarbeit wird durch das HG gefordert und steht bereits in der noch gültigen Grundordnung in §1 Abs. 6. Hier hat die Universität Dortmund aber trotzdem noch einigen Nachholbedarf.

7. Dieser Absatz ist der einzige, der außer der Präambel auf die Universitätsallianz deutet und das auch nur indirekt. Hier fehlt eindeutig eine Widerspiegelung der Vernetzung der Ruhr Universitäten!

Auch ist mir recht schleierhaft, welche Aufgabe der Beirat aus regionalen Persönlichkeiten haben soll. Auch dieser wird in der Grundordnung nicht näher beschrieben. Entweder man nimmt eine genauere Aufgabenbeschreibung in die Grundordnung mit auf, oder man streicht diesen Satz!

8. Auch dieser Absatz ist wichtig und wird sogar noch etwas stärker ausformuliert als im HG in §3 Abs. 4 gefordert.

9. Dieser Absatz ist auch ein nettes Anhängsel. Obwohl auch dieser Absatz schon in der aktuellen Grundordnung steht, ist die Uni Dortmund dieser Aufgabe bisher nur in sehr geringem Maße tätig geworden. Es gibt an der Uni kein Energiemanagement, kein Recyclingpapier und es gibt meines Wissens niemanden in der Verwaltung (sondern nur im AStA), der sich mit einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Entwicklung an der Uni auseinandersetzt. Dies sollte dringend geändert werden… hier stellt sich die Frage nach einem Kontrollgremium über die Verwaltung der Uni Dortmund ob sie auch die Vorgaben in der Grundordnung umsetzt!

Florian Feldhaus 07.07.2007 11:57

 
 
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