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Diskussion der Präambel

Präambel

(Diskussion Präambel)

Die Universität Dortmund ist eine von hoher Forschungs- und Vermittlungskompetenz geprägte technische Universität, die ihre Aktivitäten im Rahmen der übergeordneten Leitidee „Mensch und Technik” innovativ entwickelt und realisiert. Sie stellt ihre künftige Entwicklung auch in den Kontext der Entwicklung der gemeinsam mit der Ruhr Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen gebildeten Universitätsallianz Metropole Ruhr. Die drei großen Universitäten des Ruhrgebiets streben an, gemeinsam ein durchgängiges Qualitätssystem zu etablieren, exzellente Forschungs- und Lehrschwerpunkte weiter zu entwickeln und, wo immer sinnvoll, zu kooperieren.

Die Universität Dortmund fördert den internationalen wissenschaftlichen Austausch. Sie stellt sich als Stätte der Forschung in den internationalen wissenschaftlichen Wettbewerb und bringt ihren Studierenden die internationale Dimension von Forschung, Lehre und Arbeit nahe.

Die Universität Dortmund erhält und entwickelt ihre wissenschaftliche, wirtschaftliche, politische und kulturelle Verbindung mit der Stadt Dortmund und der Region. Sie nimmt ihre Aufgaben in der Wissenschaft auch in Verantwortung gegenüber dem wirtschaftlichen und kulturellen Wandel der Region wahr.

Diskussion

Technische Universität

Der erste Satz der Präambel hat es bereits in sich. Dort wird ausgesagt, dass die Universität Dortmund eine Technische Universität (TU) ist die nach dem Leitbild „Mensch und Technik“ ausgerichtet ist. Wie dem Wikipedia Eintrag zur TU zu entnehmen ist, besteht eine TU aus einer Reihe von Ingenieurfächern, ergänzt um begleitende Fächer, z. B. aus den Bereichen Philosophie, Kommunikationswissenschaft, Management und Werbung, Soziologie und Volkswirtschaft.

Die Universität Dortmund bietet aber momentan noch eine ganze Reihe weiterer Fächer an, die den Geistes-, Kultur- und Sportwissenschaften angehören. Hauptsächlich werden in diesen Fächern Lehrer ausgebildet. Bei einer Umwandlung in eine TU würde man diesen Fächern eine klare Absage erteilen. Will man sie jedoch weiter behalten, so sollte dies auch in irgendeiner Form in der Präambel auftauchen.

Meiner Meinung nach gibt es zwei Modelle für die Universität Dortmund:

  • reine TU ohne Geistes-, Kultur- und Sportwissenschaften. Will man die Universität in den Ingenieurswissenschaften wirklich wettbewerbsfähig machen mit Technischen Universitäten / Hochschulen wie z.B. der RWTH Aachen oder der TU München, so ist es wahrscheinlich unausweichlich, nur noch auf die Technischen Fächer zu setzen. Sollte die Universität sich hierfür entscheiden, sollte eine studierendenfreundliche Regelung gefunden werden um die bisherigen Studiengänge an andere Universitäten des Ruhrgebiets zu übertragen.
  • eine technisch ausgerichtete Hochschule mit dem zusätzlichen Schwerpunkt der Lehrerausbildung. Entscheidet sich die Universität für dieses Modell, so sollten die Fachbereiche die sich mit der Lehrerbildung befassen gestärkt werden und zu einer vorbildlichen Lehrerausbildung umstrukturiert werden. Die Technischen Fächer werden dann evtl. nicht so konkurenzfähig sein wie die einer TU.

Dies ist sicherlich eine der weitreichendsten Entscheidungen, die mit der Grundordnung getroffen werden und es sollte genau überlegt werden, wie die Universität sich ausrichtet und dann sollte eine klare Entscheidung getroffen werden, damit die Fachbereiche der Geistes-, Kultur- und Sportwissenschaften endlich wissen woran sie sind. Man kann diese Fachbereiche nicht weiterhin wie ein aufgezwungenes Anhängsel betrachten. Entweder man bekennt sich zu diesen Fachbereichen oder man findet eine für alle momentanen Studierenden gute Lösung, diese Studiengänge an andere Universitäten zu übertragen.

Florian Feldhaus 06.07.2007 18:10

Herr Tolan hat mich gestern darauf hingewiesen, dass in dem Entwurf nicht Technische Universität, sonder technische Universität steht. Damit wäre die Uni Dortmund keine TU. Nichtsdestotrotz bleibt das Problem, dass die Uni momentan alles mögliche anbietet und es für die Studierenden meiner Meinung nach ein besser wäre, wenn die Uni sich ein klares Profil geben würde…
Florian Feldhaus 10.07.2007 13:34

Die Brisanz des Beginns sehe ich genauso stark wie du Florian, aber in meinen Augen ist die Konsequenz eine andere: Die Umbenennung ist in erster Linie eine Alibi-Handlung, die dem Standort Dortmund nicht helfen wird. - Warum denke ich das, wo doch durch eine Umgestaltung alle Fachbereiche mit technischem Schwerpunkt scheinbar mehr Geld, mehr Forschungsprojekte und endlich eine gemeinsame Zielrichtung erwarten?

1.) Ist zu erwarten, dass die Fachbereiche des „technischen Teil“ (FB 1-8;10 und 11) mehr Geld erhalten, wenn es eine Abspaltung der nicht-technischen Fachbereiche gibt? - Höchstwahrscheinlich nein. Das Geld der technischen Fachbereiche kommt im Moment aus drei Bereichen: a) Drittmittelprojekten, b) Landesgelder für die Ausbildung von Studierenden, c) Subventionen durch die nicht-technischen Fachbereiche. zu a) Möglicherweise sorgt die Umbenennung und evtl. Neuausrichtung für größere Chancen, einige Drittmittelprojekte mehr an Land zu ziehen. Wenn man aber bedenkt, dass Dortmund sich mit der Umbenennung/Neuausrichtung nicht gerade als innovativ darstellt, sondern in eine lange, lange Kette von technischen Universitäten und Universitäten mit technischer Ausrichtung einreiht, halte ich den Glauben hier für recht optimistisch. (Da hilft es auch nicht, wenn die meisten technischen Hochschulen nicht in unserem Bundesland zu finden sind, denn diese Drittmittel werden keineswegs lokal vergeben.) zu b) Die Universität Dortmund bildet im Augenblick nicht ganz 18.000 Menschen aus. (Der Rektor rechnet mit den Zahlen vom WS06/07, also 21.000. - Zur Veranschaulichung mache ich das im folgenden auch.) Etwas mehr als Hälfte (13.000), davon in den Wirtschaftswissenschaften (1.500), studiert ein technisches Fach. Insgesamt bildet die Universität quer dazu ca. 5.000 Lehramtsstudenten aus, wovon ca. 1.500 mit technischem Fach (Erstfach) eingeschrieben sind. Ohne den nicht-technischen Teil halbiert sich die Studentenzahl also fast, im Moment wären es nicht einmal mehr 10.000 Studierende in Dortmund. Natürlich könnte man nun aber anführen, dass durch die Umbenennung/Neuausrichtung zus. Studierende angelockt werden. Ehrlich gesagt halte ich dies aber unter der Berücksichtung von Erfahrungen vergleichbarer Standorte wie denen der TU Berlin und der Gewissheit (s. entsprechende soziologische Forschung), dass nur ein minimaler Bruchteil seine Universität eher nach inhaltlicher Ausrichtung wählt statt nach Nähe zum Wohnort der Eltern und Studienplatzangebot (Stichwort NC-Verfahren), für ebenfalls stark optimistisch. (Aachen ist aufgrund des alternativlosen Umfelds wohl genauso wenig vergleichbar mit Dortmund wie München.) → Durch den Wegfall der LA-Studenten entgehen den Fachbereichen somit Landesgelder von geschätzt 11,5%. zu c)Nicht zu verachten ist schließlich die Subventionierung der technischen Fachbereiche durch die nicht-technischen. Als Beispiel sei hier nur mal an die Verteilung der Drittmittel „Studienbeiträge für das SS07“ an die Fachbereiche erinnert. Wenn es die nicht-technischen Fachbereiche nicht mehr gibt, fehlt es Fachbereichen wie Chemie, Physik, Bio-Chemie-Ingenieurwesen und Mathematik enorm an Geld. (Der Fachbereich Mathematik müsste das Angebot für seine Diplomstudiengänge Mathematik und Wirtschaftsmathematik bzw. seine BaMa-Studiengänge Mathematik, Technomathematik und Wirtschaftsmathematik um mehr als 50%(!) reduzieren, weil es allein keine Querfinanzierung durch die Mathe-Lehramtsstudenten mehr gäbe.) Zus. sei angemerkt, dass die Querfinanzierung zw. den Fachbereichen auch nur möglich ist, weil beisp. der Fachbereich Erziehungswissenschaft und Soziologie die drittgrößte Drittmittelquote hat.

2.) Das Ergattern von Forschungsprojekten hat nur in zweiter Linie etwas mit der Ausrichtung der Universität zu tun. In erster Linie ist es eine Sache der Leistung der Fachbereiche, aber noch mehr der Fächer und Lehrstühle. Wenn man sich da mal die technischen Fachbereiche ansieht, so scheint eine Schließung der Fachbereiche 3 und 6 angebracht und gewinnbringender. Ich kann nicht erkennen, wie man solche Fachbereiche retten soll. Eine Querfinanzierung durch die anderen technischen Fachbereiche ist gerade bei einer technischen Ausrichtung noch schwieriger zu realisieren!

3.) Die technischen Fachbereiche verfolgen in Wahrheit überhaupt keine gemeinsame Richtung! Wie ich in den Abschnitten 1.) und 2.) versucht habe darzulegen verfolgt ein erfolgreicher Fachbereich wie Physik oder Maschinenbau ganz andere Ziele als die Abstiegskandidaten Chemie usw. Der Fachbereich 11 wiederum müsste sogar fürchten bei der Querfinanzierung als einziges Schlachtvieh über zu bleiben.

Daher ist meine Konsequenz aus dem ersten Satz, dass ein Großteil der technischen Fachbereiche eben keine Abspaltung der anderen FBs wollen kann. Die von dir angeregte Ehrlichkeit ist also nicht in ihrem Interesse! Eine Lehrerausbildung an einer PH ist wiederum genauso wenig denkbar: Die Lehrerausbildung braucht den fachwissenschaftlichen Rahmen, gerade auch der technischen Fächer. Wie man den Zahlen oben entnehmen kann sind auch der größte Teil der Studierenden in den nicht-technischen Fächern KEINE LA-STUDENTEN.

Analog zu deinen beiden Lösungsvorschlägen hätte ich einen dritten anzubieten: A) Das Land stellt seine Gelder der Universität mit dem Ziel zur Verfügung, Forschung UND Lehre zu fördern. Das größte Drittmittelprojekt der Universität sind im Augenblick die Studienbeiträge. Die Universität sollte zu einer Universität werden, die unabh. von einer technischen, geisteswiss. oder sonstigen Ausrichtung die Effizienz von ihrer Lehre im Auge hat. Das bedeutet: - Minderung der Abbrecherquote - Minderung der tatsächlichen Studiendauer - Steigerung der Möglichkeiten eines persönlichen Abschlusses für Studierende/Absolventen (Stichwort Zusatzqualifikationen) Dazu wären verschiedene Maßnahmen nötig, die teilweise in bestimmten Fachbereichen schon existieren.

B) Die Universität Dortmund hat sowohl in den nicht-technischen als auch in den technischen Fachbereichen teilweise ein deutschlandweit einzigartiges Studienangebot: Statistik kann man nur noch in München studieren, Raumplanung nur an ein oder zwei anderen Hochschulen, Sonderpädagogik gibt es in NW nur noch in Köln usw. Andererseits leisten wir uns Fachbereiche und Fächer, die unterirdisch arbeiten. Das Motto sollte also besser sein „Stärken stärken, Schwächen abbauen“ statt „Schwächen ausbauen, Stärken abbauen - TU Dortmund“! (Über eine Zusammenlegung der Fachbereiche 2,3 und 6; 1, 4 und 5 sollte nachgedacht werden, genauso über die Zusammenlegung der FBs 9 und 10; 12 und 13 usw. Die Kooperation mit der Ruhr-Uni biete schon einen Ansatzpunkt, der weiter zu verfolgen ist, aber insbesondere für Lehramtsstudenten ist ein Studiun an zwei Unis nicht so einfach (eigene Erfahrung), weil es nicht möglich ist die Teilstundenpläne aufeinander abzustimmen (Stichwort: Möglichkeiten der Fächerkombination), ohne die anderen Studiengänge danach auszurichten.)

Jörn Hahn 08.07.2007 16:00

Universitätsallianz Metropole Ruhr

Die Allianz der Hochschulen Duisburg-Essen, Bochum und Dortmund unter dem Namen Universitätsallianz Metropole Ruhr wurde am 12.03.2007 beschlossen. Das die Zusammenarbeit in der Grundordnung erwähnt wird ist nur konsequent. Auch können die Universitäten sicherlich davon profitieren wenn Lehrangebote aufeinander abgestimmt werden und Forschungsprojekte gemeinsam durchgeführt werden. Dies stärkt die Position der einzelnen Universitäten im internationalen Wettbewerb und gibt ihnen die Chance Projekte durchzuführen, die eine Universität überfordern würde. Auch wird den Studierenden ermöglicht, aus einem breiteren Fächerangebot zu wählen und einfacher zwischen den Universitäten zu wechseln.

Die in der Kooperationsvertrag beschlossenen Änderungen für Fakultäten und universitäre Einrichtungen spiegelt sich in der Grundordnung, außer in dieser Präambel, in keinster Weise wieder. Dies sollte auf jedem Fall überarbeitet werden. Insbesondere die Punkte:

  • gemeinsame Studiengänge, Fakultäten und Einrichtungen der Universität
  • gemeinsame Standards zur Qualitätssicherung
  • Einfluss der strategischen Sitzung der Rektorate auf die Ausrichtung der Universität Dortmund

Insbesondere sollte in der Grundordnung stärker auf §77 Abs. 2 des Hochschulgesetz NRW (HG) eingegangen werden. Dort wird die Zusammenarbeit von Hochschulen geregelt. Besonders die folgende Bestimmung des §77 sehe ich in der Grundordnung nicht umgesetzt:

Über die Errichtung, Änderung und Aufhebung von gemeinsamen wissenschaftlichen Einrichtungen, Betriebseinheiten, Verwaltungseinrichtungen oder Verwaltungsverbünden entscheiden die beteiligten Hochschulen durch die jeweils zuständigen Organe. Mit der Errichtung und Änderung sind die erforderlichen Regelungen über die Mitwirkung, Leitung, Organisationsstruktur, Verwaltung und Benutzung zu treffen.

Florian Feldhaus 06.07.2007 18:10

Regionale und Internationale Bezüge

 
 
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